Wie du Journaling für dich nutzen kannst

Viele von uns kennen es noch aus der Kindheit – das geliebte Tagebuchschreiben. Tag für Tag hat man in geheime Bücher niedergeschrieben, was man erlebt hat, was einen beschäftigt, gefreut oder geärgert hat. Journaling ist diesem Tagebuchschreiben tatsächlich sehr ähnlich. Dennoch gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen Journaling und Tagebuch, nicht nur in der Art und Weise zu schreiben, sondern auch was den Nutzen und die Vorteile betrifft.

Wie genau Journaling funktioniert, wie du dein Journal für dich nutzen kannst und wie du noch heute mit Journaling starten kannst und einige Journaling Tipps möchten wir dir im heutigen Blogbeitrag verraten.

Was ist Journaling?

Journaling ist quasi Tagebuchschreiben, das erwachsen geworden ist. Statt wie im Tagebuch strukturiert den Tagesablauf festzuhalten und alles, was du in deinem täglichen Leben so erlebst, aufzuschreiben geht es beim Journaling um den Prozess der inneren Reflexion und darum, sich mit den eigenen Gedanken und Gefühlen zu befassen und diese regelmäßig im Journal niederzuschreiben.

Du richtest beim Journaling also deinen Blick nach Innen und bringst dabei alles zu Papier, was in dir vorgeht. Ein entscheidender Vorteil: Du kannst in deinem Journal wirklich alles loswerden, was dich beschäftigt – auch all jene Dinge, die du nichtmal mit deinen engsten Bezugspersonen teilen würdest. Sämtliche Geheimnisse sind bei deinem Journal an einem absolut sicheren Ort aufbewahrt.

Im Fokus des Journalings stehen Selbstreflexion und Selbsterkenntnis. Und hier sind wir auch beim entscheidenden Unterschied zum Tagebuchschreiben. Mit deinem Journal möchtest du dich selbst besser kennenlernen und einen Zugang zu deinen Gedanken und Gefühlen erhalten, der dich dich selbst besser verstehen lässt.

Und das Beste: Für Journaling braucht es nicht viel und du kannst quasi sofort mit Journaling beginnen. Das einzige, was du für das Journaling brauchst ist ein Notizbuch, einen Stift und einen ruhigen, schönen Ort, an dem du schreiben möchtest. Vielleicht ist das dein Bett, dein Schreibtisch oder auch ein Platz in der Natur.

Natürlich kannst du dir ein ganz besonderes, schönes Notizbuch zulegen, das künftig als dein Journal fungieren wird, sowie einen Stift, der besonders schön schreibt, gut und er Hand liegt oder einfach toll aussieht. Wenn es dich motiviert und dir dabei hilft dranzubleiben, nur zu!

Wieso Journaling?

Wer regelmäßig sein Journal zur Hand nimmt, profitiert von unzähligen Vorteilen. So ist Journaling für die Persönlichkeitsentwicklung ein hilfreiches, wirkungsvolles Tool. Außerdem wirkt sich Journaling positiv auf deine psychische Gesundheit aus, hilft dir dabei mit negativen Gefühlen umzugehen und Erfahrungen sowie Erlebtes zu verarbeiten.

Außerdem ist Journaling eine kostengünstige Methode, dich um dich selbst zu kümmern, die nicht viel Vorbereitung braucht, aber ganz viele Benefits mit sich bringt.

Weitere Vorteile von Journaling haben wir dir nachstehend zusammengefasst:

Journaling wirkt gegen Stress

Unterschiedliche Studien belegen, dass Journaling stressmindernd wirkt – in dem man den Stress in Worte fasst und niederschreibt, kann man sich leichter von dem Gefühl lösen.

Wenn du alles, was dich stresst, zu Papier bringst und dir vor Augen führst, was dich in deinem Leben stresst, kannst du Stressfaktoren besser verstehen. In weiterer Folge fällt es dir dann leichter, mit Stress umzugehen und du findest eher Tools, die dir dabei helfen, Stress zu bewältigen und deine Stressfaktoren (zumindest zum Teil) zu eliminieren.

Mehr Achtsamkeit dank Journaling

In deinem Journal geht es vor allem um dich, deine Gedanken und Gefühle – dadurch, dass du sie regelmäßig zu Papier bringst, beschäftigst du dich ganz bewusst mit ihnen. So kannst du Verhaltensmuster, limitierende Glaubenssätze und viele Herausforderungen, die deiner persönlichen Entwicklung im Weg stehen, mit der Zeit immer klarer erkennen und entsprechend handeln.

Je achtsamer du deine Gefühle und Gedanken wahrnimmst, desto bewusster kannst du mit ihnen umgehen.

Journaling lindert Angstgefühle

Wenn du von ängstlichen Gedanken und Sorgen geplagt wirst, kann dir Journaling dabei helfen, mit diesen Ängsten umzugehen und dich von ihnen zu lösen. Wenn du deine Ängste und negativen Emotionen im Journal niederschreibst, fällt es dir in einem weiteren Schritt leichter, sie zu verstehen und loszulassen.

Journaling kann dir außerdem dabei helfen, verstecke Ängste zu definieren, die dann wiederum größere Ängste auslösen.

Mit Journaling zu mehr Ordnung in deinem Kopf

Wir alle kennen es, wenn wir viel zu viele Gedanken im Kopf haben, die ein regelrechtes Chaos verursachen. Auch dann kann dein Journal wunderbar helfen, in dem du einfach alles niederschreibst, bringst du all die Gedanken aus deinem Kopf heraus und hast sie vor dir auf dem Papier. So kannst du dir Klarheit über all das, was gerade los ist, verschaffen und fokussierter Probleme lösen.

Optimistischer dank Journaling

Vor allem dann, wenn du beim Journaling Dankbarkeit praktizierst (mehr dazu findest du gleich), hilft es dir dabei, optimistischer zu werden und die positiven Aspekte in deinem Leben mehr wertzuschätzen.

Zahlreiche weitere Vorteile

Journaling hat quasi unendlich viele Vorteile, die auch ganz individuell sind. Jeder erlebt Journaling anders und profitiert davon in unterschiedlicher Weise. Ein paar weitere Benefits möchten wir dir noch verraten:

  • Journaling macht kreativ.
  • Du lernst dich durch das Journaling besser kennen.
  • Journaling hat einen positiven Effekt auf deine körperliche Gesundheit, stärkt dein Immunsystem und lässt dich besser schlafen.
  • Journaling beeinflusst zwischenmenschliche Beziehungen positiv, in dem du etwaige Konflikte besser lösen und mehr Verständnis für deine Mitmenschen entwickeln kannst.
  • Journaling steigert dein Selbstwertgefühl.

Wie funktioniert Journaling?

Es gibt kein Richtig oder Falsch, wenn es um Journaling geht – alles, was dir hilft und sich gut für dich anfühlt, ist möglich.

Gerade zu Beginn, wenn du noch nie Journaling praktiziert hast, können ein paar Richtlinien ganz nützlich sein und dir dabei helfen, Journaling zur Gewohnheit werden zu lassen und das Beste aus diesem schönen, wirkungsvollen Ritual herauszuholen.

Aber auch diese Richtlinien sind mehr Empfehlungen und am Ende des Tages geht es darum, dass du die für dich stimmigste Methode findest, die sich gut anfühlt und die du auch regelmäßig umsetzen kannst.

Nachstehend möchten wir dir dennoch ein paar Inputs mitgeben, von denen du Gebrauch machen kannst.

Stell dich selbst in den Mittelpunkt

Du schreibst für niemand geringeren als für dich dieses Journal. Es geht nicht darum, perfekte Formulierungen zu finden, besonders schön zu schreiben oder Dinge niederzuschreiben, von denen du denkst, du solltest sie aufschreiben.

Es geht um dich, dein Gedanken und Gefühle und um all das, was dich beschäftigt. Schreibe alles auf, was du loswerden möchtest, bringe Gedanken zu Papier, die dir vielleicht unangenehm sind und befreie dich so von allem, was du loswerden möchtest.

Vergiss niemals, dass es bei diesem Journal nicht darum geht, irgendwem zu gefallen oder zu imponieren, sondern um dich, deine Selbstfürsorge und deine persönliche Entwicklung.

Regelmäßigkeit

Wenn du von den Vorteilen des Journaling profitieren möchtest, solltest du es fix in deinen Tagesablauf integrieren. Im Idealfall nimmst du dein Journal jeden Tag zur Hand und schreibst darin. Dafür reichen zu Beginn schon ein paar wenige Minuten, vielleicht gibt es zwei, drei Fragen die du zum Start (jeden Tag) beantworten möchtest. Ein paar Inspirationen, welche Fragen du dir stellen kannst, warten etwas später in diesem Blogartikel auf dich.

Je routinierter du wirst und je mehr du das Journaling fix in deinen Tagesablauf integrierst, desto länger wirst du auch schreiben – einfach, weil es dir schon leichter fällt und immer mehr Gedanken auftauchen werden, die von dir Beachtung möchten.

Vielleicht schaffst du es dann auch schon jeden Tag zwischen 15 und 30 Minuten in deine Journaling Routine zu investieren. Aber auch diese Zeitangabe ist eine reine Empfehlung – wichtig ist, dass du beim Journaling deine Gedanken frei laufen lässt und alles in Worte fasst, was dich beschäftigt. Das wird mal mehr, mal weniger sein.

Wichtiger als eine bestimmte Zeitangabe ist die Regelmäßigkeit – lege den Fokus darauf, an so viele Tagen wie nur möglich in der Woche dein Journal zur Hand zu nehmen. Auch das wird dir mal mehr, mal weniger gut gelingen. Und das ist völlig in Ordnung.

Nimm dir Zeit

Unsere Tage sind von Stress und Hektik geplagt, ein To Do jagt das nächste und wir sind in Gedanken eigentlich immer schon beim nächsten Step. Doch egal, wie stressig dein Tag ist: Versuche dennoch dir Zeit für dein Journal einzuplanen und nimm dir diese Minuten ganz bewusst nur für dich, dein Journaling und deine Routine.

Vielleicht möchtest du dir zu Beginn sogar Zeit in deinem Kalender dafür einplanen oder dir einen Reminder stellen, um dich sogar im größten Stress an dein Journal zu erinnern. Denn gerade dann, wenn das Leben besonders herausfordernd ist, kann dich dein Journal optimal unterstützen und dir dabei helfen, mit dem Stress und den Herausforderungen, die im Leben gerade auf dich warten, umzugehen.

Je routinierter du bist, desto einfacher wird es dir fallen, dir bewusst Zeit für das Journaling zu nehmen.

Schaffe dir eine gemütliche, ruhige Atmosphäre

Die Zeit, in der du in dein Journal schreibst, soll zu den angenehmsten, schönsten Zeiten des Tages zählen. Deswegen schaff dir eine Atmosphäre zum Wohlfühlen, bei der es dir leicht fällt, nach innen zu hören und dich mit deinen Gedanken und Gefühlen zu verbinden. Vielleicht kannst du dir eine gemütliche Ecke in deiner Wohnung einrichten, wo du dich zurückziehen kannst und in Ruhe schreiben kannst, vielleicht magst du dein Journal auch gleich nach dem Aufwachen in die Hand nehmen oder du hast eine angenehme Büroecke mit Schreibtisch, die du nutzen kannst und möchtest, um in dein Journal zu schreiben.

Achte vor allem darauf, dass es nichts (oder zumindest nicht viel) gibt, dass dich während dieser Zeit nur für dich ablenken kann – schieb Handy, Laptop und To Do Listen so weit wie möglich beiseite und bitte deine Familie und/oder Mitbewohner darum, dass sie diese kleine Auszeit akzeptieren und respektieren.

Vielleicht möchtest du dir ja beim Journaling zusätzlich eine Kerze anzünden, angenehme Musik aufdrehen und dir so die optimale Umgebung für dein Journaling schaffen. Je angenehmer die Atmosphäre, desto leichter wird es dir auch fallen, dich mit dir zu verbinden und deine Gedanken aufzuschreiben.

Führe dein Journal handschriftlich

Wenn es dir möglich ist, führe dein Journal handschriftlich und nicht auf deinem Laptop, Handy oder sonstigen technischen Geräten. Wenn wir mit der Hand schreiben, hat das eine ganz andere Wirkung als wenn wir auf Handy, Laptop und Co tippen.

Schreiben ist ein ganz wunderbares Gehirntraining, da zahlreiche Hirnareale aktiv sind sowie unterschiedliche Muskeln und Gelenke aktiv sind.

Wir erinnern uns außerdem eher an alles, was wir mit der Hand aufschreiben – vor allem bei komplexeren Themen. Für das Journaling außerdem relevant: Wenn wir mit der Hand schreiben, denken wir viel mehr über das nach, was wir aufschreiben und setzen uns bewusster damit auseinander. Vor allem weil es länger dauert als wenn wir etwas schnell auf dem Computer tippen.

Journaling Impulse & Inspirationen

Es gibt unterschiedliche Journaling Methoden – dabei ist es ganz individuell, was dir am meisten zusagt. Vielleicht bist du der Typ, der vor einer leere Seite sitzt und beginnt drauf loszuschreiben und alles zu Papier zu bringen, was gerade in deinem Kopf los ist – vielleicht macht dir dieses leere Blatt Papier aber auch ein bisschen Angst und überfordert dich.

Dann gibt es unterschiedliche Methoden, die du beim Journaling anwenden kannst, oder bestimmte Fragen, die du einfach Tag für Tag in deinem Journal beantwortest. Mittlerweile gibt es sogar Journals die eine Vorlage beinhalten, die du dann jeden Tag beantworten kannst. Vielleicht möchtest du dir für den Beginn auch so etwas zulegen, bis du Journaling zu einer Routine gemacht hast und dir das Schreiben schon leichter fällt.

Dankbarkeit praktizieren

Du kannst dein Journal dafür nutzen, jeden Tag niederzuschreiben, wofür du dankbar bist. Das können große Dinge sein, Meilensteine, die du erreicht hast – vielleicht eine Beförderung im Job, die neue Wohnung, die du bekommen hast, deine Gesundheit; das können aber auch die kleinen Dinge im Leben sein, wie die Tasse Kaffee (oder Tee, je nachdem :)) am Morgen, der lange Spaziergang oder die Yogaeinheit in der du warst.

Fokussiere dich beim Journaling ganz bewusst auf alles Gute in deinem Leben und bring zu Papier, was dich dankbar sein lässt.

Setze Ziele und feiere Erfolge

Vielleicht möchtest du dich beim Journaling auf deine Ziele und Erfolge fokussieren und diese in deinem Journal festhalten. Dafür kannst du dir zum Beispiel jeden Tag Mini-Ziele definieren, die du erreichen möchtest und anschließend darüber reflektieren, was dir davon gelungen ist und was nicht, vielleicht möchtest du auch überlegen, wieso etwas nicht geklappt hat.

Du kannst natürlich auch größer denken und dir beim Journaling Ziele für die kommende Woche, das Monat, Quartal oder Jahr setzen. So kannst du dir in deinem Journal vor Augen führen, wohin du dich entwickeln möchtest und regelmäßige Check Ins machen, um zu reflektieren, wo du stehst.

Diese Art von Journaling hilft dir auch dabei, dein Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, weil du dich regelmäßig mit ihnen befasst.

Keep it simple für den Anfang

Wenn Journaling für dich absolutes Neuland ist und du dich zum ersten Mal daran wagst, kannst du zum Beispiel für den Beginn jeden Tag dieselben Fragen in deinem Journal beantworten. So musst du nicht lange darüber nachdenken, worüber du schreiben sollst – und vielleicht merkst du mit der Zeit sogar, wie in dir das Bedürfnis hochkommt, über die Antworten hinaus zu schreiben.

Wenn du es mit dieser Methode probieren möchtest, kannst du dir in deinem Journal zum Beispiel jeden Tag folgende Journaling Fragen stellen:

  • Wie fühle ich mich heute?
  • Für welche drei Dinge bin ich heute dankbar?
  • Welche drei Dinge haben den heutigen Tag besonders gemacht? Oder: Welche drei Dinge werden den heutigen Tag besonders machen? – Je nachdem, wann du schreibst
  • Meine Affirmation/Intention für den heutigen Tag.
  • Was möchte ich heute erreichen?
  • Was habe ich heute/diese Woche/diesen Monat gelernt?
  • Was möchte ich heute loswerden?

Sobald du merkst, dass deine Gedanken und Gefühle auch über diese Fragen hinaus sprudeln, kannst du sie natürlich mal beiseite schieben und einfach drauf losschreiben. Und wann immer es Tage gibt, an denen du merkst, dass es dir ein bisschen schwerer fällt zu schreiben, kannst du wieder auf deine Fragen zurückgreifen und diese beantworten.

Journaling: Mehr Selbsterkenntnis, Optimismus und Zeit für dich

Wenn du dir mehr Zeit für dich selbst und deine Entwicklung nehmen möchtest, ist Journaling genau das Richtige für dich. Journaling hilft dir dabei, dir über deine Gedanken und Gefühle bewusst zu werden, unterstützt dich dabei Herr oder Herrin über das Chaos in deinem Kopf zu werden und lindert dabei auch noch Ängste und Stress.

Du kannst auf ganz unterschiedliche Arten mit dem Journaling beginnen und dich ausprobieren, bis du die für dich perfekte Methode gefunden hast, die dich dein Journal regelmäßig in die Hand nehmen und schreiben lässt.

Vergiss niemals, dass es beim Journal kein Richtig oder Falsch geht und es niemals um Perfektionismus geht. Dein Journal ist dein Safe Space und hilft dir dabei, die Hindernisse des Lebens zu bewältigen. Setze dich dabei niemals unter Druck oder mach dir Vorwürfe, weil es dir mal vielleicht schwerer fällt.

Finde für dich den Weg, um Journaling zur Routine zu machen und in dein Leben zu integrieren, damit du von den unzähligen Vorteilen profitieren kannst.

 

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